Rundbrief 2018 Nr. 2

Liebe Mitglieder von Misalisa, liebe Besucher dieser Webseite,

das Jahr ist nun schon bald wieder zu Ende, und ich bemerke es hier gar nicht so, da es nur Regen- und Trockenzeit gibt und die Feiertage gar nicht alle so gefeiert werden wie in Deutschland. Herbst und Winter bekomme ich nicht mit, und somit habe ich auch nicht das Gespür, dass das Jahr sich dem Ende zuneigt. Ich muss mir immer wieder aufs Neue ins Gedächtnis rufen, dass es bei Euch ja nun kalt ist und es bestimmt auch schon überall festlich geschmückt ist.

Bevor ich dieses Jahr meinen Europaaufenthalt angetreten habe, begann ich einem 15- jährigen Mädchen Alphabetisierungsunterricht zu geben. Habe jedoch nach meiner Rückreise aus Deutschland eine junge Lehrerin damit betraut, da es mir wegen der Vorbereitungen der neuen Nähkurse zu viel wurde. Hin und wieder teste ich nun ihren Wissensstand und übe selbst manchmal noch mit ihr. Der Unterricht findet bei uns zu Hause statt, da wir eine Tafel haben und sie sowie auch die Lehrerin abgelenkt sind, wenn der Unterricht bei einer der beiden zu Hause stattfinden würde. So bekomme ich auch gleich ein wenig mit, wie der Unterricht abgehalten wird. Leider musste ich feststellen, dass das Mädchen ganz große Schwierigkeiten hat, sich die Buchstaben zu merken. Sie verwechselt einige immer noch, und sowohl die Lehrerin als auch ich haben es wiederholt mit ihr geübt. Ich frage mich, ob es eine ganz extreme Art von Dyslexie sein kann. Zum Beispiel rezitierte sie vor kurzem einen Text einwandfrei, den ihre Klasse im letzten Schuljahr durch wiederholtes Vorsprechen des Lehrers auswendig gelernt hatte. Als ich den gleichen Text danach in dem Buch aufgeschlagen habe und sie gebeten habe zu lesen, konnte sie ihn nicht lesen und hat auch nicht bemerkt, dass es sich um denjenigen handelte, den sie rezitiert hatte. Ich bin im Moment etwas ratlos, will aber den Mut nicht verlieren.

Anfang Juli haben wir wieder mit dem Nähunterricht begonnen. Dieses Mal habe ich beschlossen, zwei Kurse parallel laufen zu lassen. Einen für Anfänger mit 10 Teilnehmerinnen und einen für Fortgeschrittene mit jedoch nur 6 Fortzubildenden, da hierfür nur eine Lehrerin infrage kam. Die Teilnehmerinnen beider Kurse waren sehr motiviert, leider ließ aber die Motivation zweier Lehrerinnen zu wünschen übrig. Sie fehlten wiederholt, teilweise ohne Bescheid zu geben, so dass ich mich viel intensiver einsetzen musste.

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Wir haben es trotz dieser Widrigkeiten geschafft, und es sind sehr schöne Modelle entstanden, die wir bei einer gelungenen kleinen Abschlussfeier mit Modeschau, begutachten konnten. Vier Schülerinnen aus den letzten Kursen kommen nun regelmäßig, und Galea, das Mädchen, das schon in Bandundu bei mir zu nähen angefangen hatte und deren Vater auch hierher versetzt wurde, ist schon so fit, dass sie mir beim Entwickeln von Schnitten und bei der Erklärung der Ausführungsschritte eine große Hilfe ist.

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Die Mutter der Drillinge besucht weiterhin ihre Lehrstelle in einer Schneiderei, was für sie eine gute Lösung ist, auch deshalb, weil es ganz in Ihrer Nähe ist. Die Drillinge entwickeln sich sehr gut, sie wurden am 27. August zwei Jahre alt, und es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich sie vom Aussehen und Verhalten her sind. Es ist ein großes Glück dass es Geldspenden an Misalisa speziell für die Drillinge gibt, denn die Mutter ist noch nicht in der Lage, selbst für den Lebensunterhalt aufzukommen.

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Wir waren dieses Jahr wieder in dem 70 km entfernten Waisenhaus, das wir auch letztes Jahr schon besucht haben, und haben drei schöne Tage mit den Kindern und ihren Betreuerinnen verbracht. Da es auf einem Berg liegt, ist es dort oft sehr kühl, und sie waren ganz glücklich über die wärmeren Kleider, die wir als Spende bekommen und ihnen mitgebracht haben.

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Unser Freund Archile, ein kongolesischer Priester, der hier eine Gemeinde unterstützt und in Deutschland in Nürtingen eine Pfarrei hat, war im Juli zu Besuch hier. Wir haben ein paar wunderschöne Stunden mit ihm erlebt. Er ist ein so humorvoller und aufgeschlossener Mensch und vor allen Dingen mein Mann und er haben sich prächtig verstanden. Ich war überaus glücklich, jemanden aus der „alten“ Heimat zu Besuch zu haben.

Das Schuljahr 2017- 2018 hatte einen guten Abschluss, und alle Schüler haben es in die nächste Klasse geschafft, und drei ihren Oberstufenabschluß bestanden. Das neue Schuljahr ist schon wieder in vollem Gange, und wir können dank der Geldspenden 21 Schülern und Schülerinnen den Kauf von Schulmaterial sowie das Finanzieren der Schulgelder ermöglichen.

Ich möchte mich ganz, ganz herzlich für die vielen Spenden - sowohl Sach- als auch Geldspenden - bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken. Ich habe noch eine Bitte, falls jemand ein Laptop besitzt das noch gut funktioniert, er es aber nicht mehr benötigt und es uns gerne spenden würde, wäre das eine große Hilfe für uns. In diesem Falle bitte ich sich per E-Mail an Felix Meining zu wenden info(at)misalisa.de.

Wir sehen hier momentan einer politisch ungewissen Zeit entgegen und hoffen sehr, dass sie einen guten, sinnvollen Ausgang nimmt.

Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

Ganz herzliche Grüße,

Verena Meining

1. Vorsitzende


Spenden
Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden, wenn bei der Überweisung Name und Adresse angeben werden. Die Spendenbescheinigungen werden Anfang nächsten Jahres versandt. Geldspenden können auf unten stehendes Konto überwiesen werden an:

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